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Tomáš Kajánek / Creative Commons Intervention Nr. 15

28. 6. – 8. 9. 2019 Ausstellungsort Saal 2. OG Kurator Karin Kottová

In seinem schöpferischen Tun setzt sich Tomáš Kajánek langfristig mit dem Thema der (virtuellen) Manipulation mit dem menschlichen Körper und mit seinem Bezug zu den Objekten, Instrumenten sowie Situationen, die immer wieder dessen Grenzen austesten. Die gegenwärtigen Formen der Körperlichkeit und ihre Extremlagen hängen eng mit der Systemeinstellungen des späten Kapitalismus zusammen. Sie werden durch die fließenden virtuellen Welten sowie mediale Post-Wahrheiten mitbestimmt, in den all die festen Werte, wie Urheberschaft, Ethik oder Verantwortlichkeit in nur mühsam aufgreifbare Entitäten verschwommen werden. Wer ist eigentlich der Urheber, wenn sich der Künstler eines auf YouTube frei zugänglichen Videos „beident“, dessen eigentlicher Autor längst nicht mehr auffindbar ist? Wer ist für ein Todesfall verantwortlich, der sich als unvorhersehbare Konsequenz einer gefährlichen Jagd nach Like´s und Click´s abspielte? Wer und im wessen Auftrag kann es sich zum Zwecke der Schaffung von Online-Inhalten erlauben, mit anderen, oftmals benachteiligten Personen zu spielen? Und schließlich, wie soll man mit der auf Grundlage von ähnlich unkontrollierbaren Prinzipien entstehenden DIY Unterhaltungsindustrie umgehen? Wer „konsumiert“ ihre Produkte und wie trägt dieser „Wer“ mit seinen Präferenzen am Schöpfen deren und der eigenen Realität bei? Die Ausstellung des Tomáš Kajánek in der Regional Galerie Liberec wird den Besuchern im Rahmen der in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft des Jindřich Chalupecký realiserten Interventionen-Serie präsentiert. Das Projekt setzt frei an das im Rahmen des im vorigen Jahrgang des Künstlerwettbewerbs Cena Jindřicha Chalupeckého entstandene Werk von Tomáš Kajánek an, in dem der Künstler im Form von ein paar „automatisierten YouTube Click`s „den Zuschauern ein beunruhigendes Diptychon von am Internet live gestreamten Videos mit der Thematik Angst, Tod und Realitäts-Spektakularisierung präsentierte.

Tomáš Kajánek studiert im Atelier ohne Leitung. Im Jahr 2016 absolvierte er die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg und nahm an den Aufenthalten im niederländischen Rotterdam und den belgischen Antwerpen teil. Der Künstler arbeitet vor allem mit den Medien der Fotografie, des Videos und der Performance. In seinem Schaffen betritt er die Lücken, die er zwischen den Gratlinien der gesellschaftlichen Erscheinungen findet. IN seinem Werk akzentuiert er die konkreten Probleme der Gegenwartsgesellschaft – z. B. die Beziehungen der Mehrheitsgesellschaft zu den Minderheiten oder das Nutzen und die Risiken der öffentlich frei zugänglichen neuen Technologien. Zu seinen wichtigsten Inspirationsquellen gehören das YouTube sowie andere Plattformen für das Teilen von kreativen Inhalten. Nicht selten erscheint In seinen Performances das Element der Grenzleistung des Körpers oder dessen physische Bedrohung. Gleichzeitig setzt sich der Künstler mit dem Medium der Performance als solcher sowie mit den Fragen des menschlichen und des künstlerischen Engagements auseinander. Im Jahr 2018 wurde er zum Finalist des Künstlerwettbewerbes Cena Jindřicha Chalupeckého.

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