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Marija Nekolová

19. 6. – 13. 9. 2020 Ausstellungsort Graphisches Kabinett Kurator Markéta Kroupová

Marija Nekolová wurde im Jahre 1930 tschechischen Eltern in Slavonski Brod, an der heutigen Grenze zwischen Kroatien und Bosnien und Herzegowina, geboren. In Prag lebte sie mehrere Jahrzehnte lang, studierte und absolvierte hier die Hochschule für Kunst, Architektur und Design (VŠUP) im Atelier von Antonín Strnadel, jedoch fühlte sie sich zum Lande hingezogen. So hat sie sich zuerst in Polesí bei Rynoltice ansässig gemacht, seit 1991 lebt sie in Žibřidice, einem Dorf nah von Liberec. Ihre angeborene Schüchternheit und Sehnsucht nach Ruhe verursachten, dass sie ihr ganzes Leben zurückgezogen und abseits verbrachte, sowohl ohne Kontakte zu anderen Künstlern als auch zugleich verfügend über beschränkte Möglichkeiten zur Präsentierung der eigenen Werke. Marija Nekolová, die es nie meisterte, Interesse für ihr Schaffen zu erwecken, ist als Bestandteil des künstlerischen Nährbodens der Liberecer Region zu betrachten. Ihr Werk wurde erst ganz zum Ende ihres Lebens entdeckt und kunsthistorisch aufgenommen.

Die Ausstellung bringt einen Querschnitt durch ihr lebenslanges Schaffen und soll zu einer der wenigen Spuren werden, die diese Malerin und Grafikerin in der Welt der Kunst hinterlässt. Die Regionale Galerie Liberec erfüllt hiermit eine ihrer Pflichten im Bereich des Monitorings und der Sorge für die Kunst der Region.   

Marija Nekolová ist eine hervorragende Zeichnerin. Anfangs widmete sie sich der Figural- und Porträtzeichnung. Sie schuf eine Reihe von Skizzen für Illustrationen und Vitragen, wovon  einige realisiert wurden. Zwischen Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre widmete sie sich intensiv und auf hohem Niveau der Grafik, vor allem dem Hochdruckverfahren. Sie wollte ständig der damals protegierten realistischen Auffassung und dem sozialistischen Realismus entfliehen. Von ihrem Schaffen aus den 60er Jahren sind am interessantesten die Zeichnungen von Vögeln, Reihern,   Bienenfressern und Raubvögeln, bei den sie so lange nach den gewünschten Formen suchte, bis sie bei ihren Studien wirklich ganz an die Grenze zur Abstraktion gelangte. Während der nachfolgenden Jahrzehnte blieb die Natur ihre größte Inspiration. Die Buchenwälder des Lausitzer Gebirges wiedergab sie in ihren fast surrealen farbigen Kompositionen, die sie auf Papier mit Pastell zeichnete. Ihr Werk ist noch nicht abgeschlossen, obgleich sie in den letzten zwanzig Jahren eher symbolisch künstlerisch tätig ist.

 

In der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts nahmen die Dichter und bildende Künstler vielerorts in Osteuropa besonders dringend die Aufforderung wahr, die die ideologische Gefangenschaft darstellte, in welche die Sprache geriet. Zugleich erschienen als aktuell sowohl materielle als auch allgemein mediale Züge der Sprache und der Poesie.  Die Autoren untersuchten auf verschiedene Art und Weise die Grenzen der Sprache sowie auch der Möglichkeiten der sprachlichen Äußerung. Oft griffen sie dabei zu performativen Praktiken, wobei der Umgang mit der Sprache zum Akt, das Wort zur Tat, zur Intervention in die Wirklichkeit wurden. Die Verbindung der Poesie und der Performance zeigte sich auf doppelte Art als subkulturell. Einerseits stellte sie innovativ in Frage das übliche Wahrnehmen des Wortes, der Schrift, der Literatur, andererseits wirkte sie in der konkreten kultur-politischen Situation als inakzeptabel bzw. marginalisiert vor dem Hintergrund der offiziellen Kulturpolitik.

Projektleiter: Markéta Kroupová

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