Anlässlich der Ausstellung Junge Löwen im Käfig erscheint eine gleichnamige Publikation in tschechischer und in deutscher Sprache. Sie enthält wissenschaftliche Beiträge verschiedener Autoren zu den einzelnen Zentren und Themenkreisen der deutschböhmischen bildenden Kunst in der Tschechoslowakei der Zwischenkriegszeit. Ergänzend zu den Texten finden sich Biogramme ausgewählter Künstler und weitere Anhänge.

Beteiligt am Erscheinen der Publikation waren der Verlag Arbor vitae, die Technische Universität Liberec und die Bezirksgalerie Liberec.

Anna Habánová (ed.), Junge Löwen im Käfig. Künstlergruppen der deutschsprachigen bildenden Künstler aus Böhmen, Mähren und Schlesien in der Zwischenkriegszeit (Ausst.-Kat.), Arbor vitae, Oblastní galerie v Liberci, Řevnice – Liberec 2013, 440 Seiten, 536 + 36 Abbildungen.

Concept © Anna Habánová, Ivo Habán, 2013
Text © Zdenka Čepeláková, Ivo Habán, Anna Habánová, Bohuslava Chleborádová, Gabriela Kašková, Michaela Sidenberg, Pavel Šopák, 2013
Graphic design © Belavenir, 2013

ISBN 978-80-7467-026-8 (Arbor vitae)
ISBN 978-80-87707-00-5 (Oblastní galerie v Liberci)

Das Buch erscheint in Tschechisch und Deutsch und ist an der Kasse der Regionalgalerie in Liberec für 990,- Kč erhältlich.



Mladí lvi v kleci–Junge Löwen im Käfig



Anotation:

Die von deutschsprachigen Künstlern aus Böhmen, Mähren und Schlesien geschaffene Kunst ist trotz zahlreicher Ausnahmen ein räumlich wie zeitlich eng begrenztes Gebiet, das sich unter dem Einfluss der historischen Ereignisse nicht mehr weiterentwickeln konnte und heute als bemerkenswertes, jedoch abgeschlossenes Kapitel erforscht wird, dessen Existenz durch die besondere Situation der 3,5 Millionen Menschen umfassenden deutschen Minderheit in der Tschechoslowakei der Zwischenkriegszeit bedingt war. Während die tschechische Kunstszene der ersten Republik heute allgemein bekannt ist und man beispielsweise die klassische tschechische Moderne als erforscht bezeichnen darf, wird die Kunst der „Deutschböhmen“ im Untersuchungszeitraum immer noch übersehen.

Buch und Ausstellung Junge Löwen im Käfig. Künstlergruppen der deutschsprachigen bildenden Künstler aus Böhmen, Mähren und Schlesien in der Zwischenkriegszeit enthüllen ein weniger bekanntes Antlitz der bildenden Kunst in jener Ära und begleichen damit in gewisser Weise auch die Schuld gegenüber den deutschsprachigen Künstlern. Das Projekt bearbeitet die Geschichte der wichtigsten Künstlervereine und basiert auf einer Auswahl jener Werke, die bei den Zwischenkriegsausstellungen der deutschböhmischen bildenden Kunst im In- und Ausland zu sehen waren. Diese Werke konnten gezielt aufgespürt werden, wobei ihre Geschichte detailliert erfasst wurde. Mit Rücksicht auf den Untersuchungszeitraum sind in der Auswahl vorwiegend Künstler der Geburtsjahrgänge 1885–1905 vertreten, die auf bedeutende Weise das Bild der Ausstellungen in der Zwischenkriegszeit formten. Ihr Leben wurde dramatisch durch die Ereignisse der späten 1930er Jahre, den Zweiten Weltkrieg und das Nachkriegsgeschehen in der Tschechoslowakei beeinflusst. Aus diesen Gründen verschwanden sie für eine gewisse Zeit fast vollkommen aus dem historischen und kulturellen Bewusstsein dieses Landes. Die Autoren bemühen sich, die Identitäten dieser Künstler wieder in den Kontext des nationalen Gedächtnisses und der Kunstgeschichte Böhmens, Mährens und Schlesiens einzufügen.



Eine Verlorene Generation?
Eine Verlorene Generation? Eine Verlorene Generation? Eine Verlorene Generation?


Anfang 2014 kam das kollektive Monographie Eine Verlorene Generation? Deutschböhmische bildende Künstler der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts zwischen Prag, Wien, München und Dresden.

Die kollektive Monographie redaktionell von Anna Habánová und Ivo Habán, seine Texte in sie bereit weiter beigetragen Pavla Cenková, Jaroslav Čechura, Kurt Ifkovits, Eva Janáčová, Robert Janás, Veronika Kotoučová, Diana Łańcucka-Codogni, Eckhard Leuschner, Agnes Matthias, Cornelia Nowak, Lena Radauer, Bronislava Rokytová, Veronika Schmeer, Zuzana Skořepová, Libor Šturc, Harald Tesan, Jana Velechovská, David Voda und Silvia Wolf-Möhn.

Die neunzehn überwiegend kunsthistorischen Texte in diesem Buch sind der Suche nach dem Ort der deutschsprachigen bildenden Künstler aus Böhmen, Mähren und Schlesien im mitteleuropäischen Raum gewidmet. Mitteleuropa wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer Region, die von dynamischen Wandlungsprozessen gekennzeichnet war. Das Schaffen der „Deutschböhmen“ ist einerseits eng mit deren Geburtsorten verbunden, war andererseits jedoch durch die traditionell starken Verbindungen zu den umliegenden Metropolen geprägt. Der Begriff Verlorene Generation – Lost Generation mag übertrieben klingen, aber er reagiert auf das bewegte Schicksal einer Künstlergeneration, deren Studien und Karrieren von zwei Weltkriegen unterbrochen wurden und deren Wirken in der tschechoslowakischen Kunstszene mit Emigration, Tod oder Vertreibung endete. Die Publikation spiegelt die aktuelle Forschung in einem breiteren internationalen Kontext wider; sie entstand im Zusammenhang mit dem Ausstellungsprojekt und dem Buch Junge Löwen im Käfig, das sie ergänzt. Das Buch steht in der Regionalgalerie Liberec, Kontakt Anna Habanova.